Die Arbeitsstelle Historische Stereotypenforschung (AHS) am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg erforscht die Geschichte von Stereotypen im internationalen Kontext. Unter Leitung von Prof. Dr. Hans Henning Hahn hat die Arbeitsstelle seit Gründung mehrere Projekte vor allem in Mittel- und Osteuropa initialisiert und dabei mit Wissenschaftlern aus Polen, Tschechien und der Slowakei zusammengearbeitet.

Im Fokus der AHS steht die Rolle von Stereotypen in gesellschaftlichen Diskursen. Dazu gehören die Korrelation von Stereotypen, Identitätsbildungsprozessen und Nationswerdung, Stereotype als politische Instrumente und die Rolle von Stereotypen im Kulturtransfer.

Die Arbeitsstelle Historische Stereotypenforschung verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und vereint Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungsrichtungen.


Aktuelles:

Neuerscheinung:

Historic narratives, myths and human behavior in times of climate change: A review from northern Europe’s coastlands

von Jessica Holzhausen & Kevin Grecksch, WIREs Climate Change

Abstract

Decision-making about climate change is not only shaped by rational considerations, but also influenced by how communities define themselves, by historic or fictional narratives and collective memories. We add a historical perspective to this discussion and ask how regional collective identities and knowledge shape the perception of climate change. We look at coastal communities in northern Europe, which have lived with the threat from the sea for generations. “Deus mare, Frisia litora fecit.”—God created the sea, the Frisians created the coast, a famous quote in Eastern Frisia, shows how important the landscape and the battle against the sea are for a collective identity. We argue that these perceptions can influence the adaptive capacity to climate change positively, if values and collective identities of people are taken into account, or negatively, if people see their values and collective identities not taken into consideration or even threatened.

Preview: https://doi.org/10.1002/wcc.723


Neuerscheinung (27. Juli 2021)

»Wilde« im deutschen Identitätsdiskurs 1830–1870  
Spuren des Exotischen im nationalen Denken und in kolonialen Bildern

von Christin Hansen

Die Konstruktion des »Wilden« als paradigmatische Figur des Anderen diente im 19. Jahrhundert maßgeblich der Konsolidierung eines davon abgegrenzten nationalen Selbstverständnisses der deutschen Gesellschaft. Auf Basis der Auswertung von Romanen und Reiseberichten der Jahre 1830 bis 1870 geht Christin Hansen dieser Bedeutung nach. Erstmalig wird auf diese Weise untersucht, wie unter dem Stereotyp des Wilden drei Gruppen – Indianer, Beduinen, Kosaken – literarisch imaginiert, aber auch binnendifferenziert wurden. Nachvollziehbar wird, wie sich im deutschsprachigen Raum bereits vor 1870 ein präkoloniales Denken entwickelte.


„Geschichte lernen“ Nr. 192/2019 – Stereotype

Hrsg. Berit Pleitner

„Stereotype sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Sie begegnen uns in Witzen, Reiseführern oder politischen Statements in Twitter-Länge. In Zeiten, in denen der populistische Sprachgebrauch wieder erstarkt, ist es wichtig, Schülerinnen und Schüler zu einem kritischen Umgang mit Stereotypen zu befähigen und sie darin zu ermutigen, den Umgang mit ‚den Anderen‘ in all seiner Vielschichtigkeit zu akzeptieren und zu leben.

Die unterrichtspraktischen Beiträge des vorliegenden Heftes befassen sich mit Stereotypen in verschiedenen Epochen der Geschichte. Thematisch reichen sie von der Begegnung der Europäer mit den Kulturen Amerikas in der Frühen Neuzeit über die deutsch-polnischen Beziehungen im 19. Jahrhundert und den kolonialen Diskurs im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert bis zu Stereotypen und Feindbildern im Ersten Weltkrieg, während der Zeit des Nationalsozialismus und in der DDR.“

https://www.friedrich-verlag.de/shop/stereotype-517192


Publikationen