Die Arbeitsstelle Historische Stereotypenforschung (AHS) am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg erforscht die Geschichte von Stereotypen im internationalen Kontext. Unter Leitung von Prof. Dr. Hans Henning Hahn hat die Arbeitsstelle seit Gründung mehrere Projekte vor allem in Mittel- und Osteuropa initialisiert und dabei mit Wissenschaftlern aus Polen, Tschechien und der Slowakei zusammengearbeitet.

Im Fokus der AHS steht die Rolle von Stereotypen in gesellschaftlichen Diskursen. Dazu gehören die Korrelation von Stereotypen, Identitätsbildungsprozessen und Nationswerdung, Stereotype als politische Instrumente und die Rolle von Stereotypen im Kulturtransfer.

Die Arbeitsstelle Historische Stereotypenforschung verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und vereint Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungsrichtungen.


Aktuelles:

 

„Ein wichtiger Teil der deutschen nationalen Identität“

Christoph Kienemann im Interview mit L.I.S.A, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, über den Osteuropa-Diskurs des Deutschen Kaiserreich und seine Arbeit „Der koloniale Blick gen Osten. Osteuropa im Diskurs des Deutschen Kaiserreiches von 1871“: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/ein_wichtiger_teil_der_deutschen_nationalen_identitaet?nav_id=7835

„Der koloniale Blick gen Osten“ ist jüngst im Ferdinand Schöningh Verlag erschienen.

 


Konferenz: Religion als Bedrohung oder Hafen – religiöse Stereotypen in medialen Vermittlungen des 20. Jahrhundert (14. – 16. November 2018)

Ort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Die wechselseitige Wahrnehmung unterschiedlicher Religionen und Konfessionen bzw. religiöser Gruppen ist ein interdisziplinäres Anliegen, dem sich die Forschung in komparativer Weise und mehrere Fachwissenschaften einbeziehend bisher kaum gewidmet hat. Die Konferenz setzt sich zum Ziel, Ansätze der Historischen Stereotypenforschung mit religionswissenschaftlichen und kirchenhistorischen Perspektiven ins Gespräch zu bringen. Dabei handelt es sich um religiöse und konfessionelle Stereotypen – also um Heterostereotypen (Fremdbilder) und Autostereotypen (Selbstbilder) religiöser und konfessioneller Gruppen. Die Konferenz konzentriert sich auf die Rolle von Stereotypen der drei monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum samt all ihren Binnendifferenzierungen, auf das 20. Jahrhundert und auf die mediale Vermittlung (im breiteren Sinn des Wortes Medium) der Stereotypen. Thematisiert sollen nicht nur die Beschreibung stereotyper Selbst- und Fremdwahrnehmungen werden, sondern es sind gleichzeitig funktionale, analytische Fragen zu stellen. Die Frage nach einer möglichen Funktion von Stereotypen zur Stabilisierung von Gruppenidentitäten (z. B. Nationen) sollte analog auch im Bereich der Wahrnehmungen von Religionen und Konfessionen und ihrer Institutionen gestellt werden. Es geht also um die Identitätsrelevanz religiös konnotierter Stereotypen ebenso wie um das Verhältnis von Hetero- und Autostereotypen in diesem Bereich. Da religiöse Stereotypen kaum isoliert existieren, sind natürlich dabei auch die Interferenzen zwischen Religion/Konfession und Kultur, Politik und Nation zu untersuchen.

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